Wissen

Wissen, das weiterbringt

Hintergründe, Vorschriften und Praxiswissen rund um unsere Leistungen.

In unserer Branche gibt es zahlreiche Vorschriften, Normen und technische Zusammenhänge, die für Betreiber relevant sind. Auf dieser Seite fassen wir die wichtigsten Themen verständlich zusammen – damit Sie informierte Entscheidungen treffen können.

Gabelstapler & Flurförderzeuge
Was ist die FEM 4.004?

Die FEM 4.004 ist eine europäische Richtlinie des europäischen Materialfluss-Verbands (Fédération Européenne de la Manutention), die den Umfang und die Durchführung von regelmäßigen Prüfungen an Flurförderzeugen definiert. Sie ergänzt die nationalen Unfallverhütungsvorschriften und legt fest, welche Baugruppen in welchem Umfang geprüft werden müssen.

Die Prüfung nach FEM 4.004 umfasst unter anderem: Fahrwerk und Räder, Lenkung, Bremsanlage, Hubgerüst und Hubketten, Gabelzinken, hydraulische Anlage, elektrische Anlage, Fahrerschutzdach und Sicherheitseinrichtungen.

Für Betreiber bedeutet das: Die FEM 4.004 definiert den Standard, nach dem wir Ihre Flurförderzeuge prüfen. So stellen wir sicher, dass nichts übersehen wird.

DGUV Vorschrift 68 – Pflichten des Betreibers

Die DGUV Vorschrift 68 (ehemals BGV D27) regelt den sicheren Betrieb von Flurförderzeugen in Deutschland. Sie schreibt unter anderem vor, dass Flurförderzeuge mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person geprüft werden müssen.

Als Betreiber sind Sie dafür verantwortlich, diese Prüfungen zu veranlassen und die Ergebnisse zu dokumentieren. Wird die Prüfpflicht vernachlässigt, drohen im Schadensfall erhebliche Haftungsrisiken – bis hin zum Verlust des Versicherungsschutzes.

Batterie-Regeneration – So funktioniert's

Blei-Säure-Batterien, wie sie in den meisten Elektro-Flurförderzeugen zum Einsatz kommen, verlieren über die Jahre an Kapazität. Die Hauptursache dafür ist Sulfatierung: Harte Bleisulfatkristalle lagern sich nach und nach an den Bleiplatten ab und verhindern, dass die Batterie ihr volles Potenzial entfalten kann.

Was passiert bei der Regeneration?

Bei der Batterie-Regeneration werden die Sulfatkristalle durch hochfrequente elektrische Impulse aufgebrochen und wieder in aktives Material umgewandelt. Der Energic Plus Batterieregenerator durchläuft dabei mehrere kontrollierte Lade- und Entladezyklen, während der Zustand jeder einzelnen Zelle überwacht wird.

Regeneration vs. Neukauf – die Fakten:

  • Rund 80 % aller leistungsschwachen Blei-Säure-Batterien sind sulfatiert – und damit potenziell regenerierbar
  • Die Regeneration kann die Batterielebensdauer um Jahre verlängern
  • Weniger Altbatterien bedeuten weniger Sondermüll und weniger Rohstoffverbrauch
  • Der CO₂-Fußabdruck einer Regeneration ist um ein Vielfaches geringer als der eines Neukaufs
  • Detaillierte Diagnosereports zeigen den Zustand vor und nach der Regeneration

Nicht jede Batterie kann regeneriert werden. Batterien mit mechanischen Defekten an den Bleiplatten oder schwerer Korrosion müssen ersetzt werden. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob sich eine Regeneration lohnt oder ob ein Neukauf wirtschaftlicher ist.

Warum demineralisiertes Wasser für Staplerbatterien?

Blei-Säure-Batterien verlieren beim Laden Wasser durch Verdunstung. Dieses muss regelmäßig nachgefüllt werden – und zwar ausschließlich mit demineralisiertem (vollentsalztem) Wasser.

Normales Leitungswasser enthält Mineralien und Salze, die sich an den Bleiplatten ablagern und die Batterieleistung dauerhaft reduzieren. Im schlimmsten Fall führt das zu einem vorzeitigen Batterietod. Wir liefern Ihnen demineralisiertes Wasser direkt an den Einsatzort.

Hydraulik
Wie funktioniert ein Hydraulikzylinder?

Ein Hydraulikzylinder wandelt hydraulische Energie (Druck × Fläche) in lineare mechanische Kraft um. Das Prinzip ist einfach: Hydrauliköl wird unter Druck in den Zylinder gepumpt und bewegt einen Kolben, der mit einer Kolbenstange verbunden ist. Je nach Bauart unterscheidet man zwischen einfach- und doppeltwirkenden Zylindern.

Häufige Ausfallursachen sind verschlissene Dichtungen, beschädigte Kolbenstangen (Steinschlag, Korrosion) und interne Leckagen. Viele dieser Defekte lassen sich durch eine fachgerechte Reparatur beheben – ein kompletter Neukauf ist oft nicht nötig.

Wann müssen Hydraulikschlauchleitungen getauscht werden?

Hydraulikschlauchleitungen unterliegen einem natürlichen Alterungsprozess. Die Gummi-Innenschicht wird spröde, die Armierungslagen können korrodieren, und äußere Einflüsse wie UV-Strahlung, Hitze oder mechanische Belastung beschleunigen den Verschleiß.

Nach geltenden Normen und Herstellervorgaben ist die Gebrauchsdauer von Hydraulikschlauchleitungen in der Regel auf maximal sechs Jahre begrenzt – unabhängig vom sichtbaren Zustand. Das Herstellungsdatum ist auf jedem Schlauch eingeprägt. Ein geplatzter Hydraulikschlauch unter Hochdruck stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar und kann zu schweren Verletzungen sowie Maschinenschäden führen.

UVV-Prüfungen allgemein
Was bedeutet UVV?

UVV steht für „Unfallverhütungsvorschriften". Es handelt sich um verbindliche Regelwerke der Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungsträger, die Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten festlegen.

Betreiber von Arbeitsmitteln sind gesetzlich verpflichtet, regelmäßige Prüfungen durchführen zu lassen. Die konkreten Prüffristen und -umfänge ergeben sich aus den jeweiligen DGUV-Vorschriften sowie der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV).

Wer darf UVV-Prüfungen durchführen?

UVV-Prüfungen dürfen nur von sogenannten „befähigten Personen" im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung (§ 2 Abs. 6 BetrSichV) durchgeführt werden. Eine befähigte Person muss über eine einschlägige Berufsausbildung, Berufserfahrung und zeitnahe berufliche Tätigkeit mit dem zu prüfenden Arbeitsmittel verfügen.

Je nach Art des Arbeitsmittels können darüber hinaus zusätzliche Qualifikationen erforderlich sein – etwa spezielle Schulungen, Herstellerzertifizierungen oder normspezifische Fortbildungen. Beispielsweise erfordern Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3 (Elektroprüfung) eine elektrotechnische Ausbildung, und für die Prüfung bestimmter Hebezeuge oder Druckgeräte können zusätzliche Sachkundenachweise vorgeschrieben sein.

DGUV Vorschrift 3 – Elektroprüfung

Die DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) regelt die Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel. Unterschieden wird zwischen ortsfesten Anlagen (z. B. Schaltschränke, Verteilungen) und ortsveränderlichen Geräten (z. B. Handbohrmaschinen, Verlängerungskabel, Kaffeemaschinen).

Die Prüffristen richten sich nach der Art des Betriebsmittels und den Umgebungsbedingungen. In der Regel werden ortsveränderliche Geräte alle 6 bis 24 Monate geprüft, ortsfeste Anlagen alle 4 Jahre.

DIN EN 15635 – Regalprüfung

Die Norm DIN EN 15635 regelt die Nutzung und Wartung von Lagereinrichtungen. Sie schreibt vor, dass Regale und Regalanlagen regelmäßig auf Beschädigungen inspiziert werden müssen. Schäden werden in drei Kategorien eingeteilt:

  • Grün: Gebrauchszustand – kein Handlungsbedarf
  • Gelb: Beschädigung – Beobachtung erforderlich, Reparatur planen
  • Rot: Gefahr – sofortige Maßnahme erforderlich, Regal entlasten und sperren

Eine Experteninspektion durch eine befähigte Person muss mindestens alle 12 Monate erfolgen. Die wöchentlichen Sichtprüfungen können durch eigenes, geschultes Personal durchgeführt werden.

Wir beraten Sie gerne.

Zu allen Themen rund um Flurförderzeuge, Hydraulik und Sicherheitsprüfungen.